ADHS und Co

Mit ADHS und Co im Klassenzimmer

Nicht nur Schüler lernen an unserer Schule..... Lehrer und Ganztagskräfte bildeten sich am pädagogischen Tag zum Thema "Mit ADHS und Co im Klassenzimmer - Verhaltensauffällige Schüler, Entlastungskonzepte und wirksame pädagogische Interventionen" fort.
Prof. Dr. Biegert, leitender Schuldirektor der privaten HEBO-Schule in Bonn, folgte der Einladung der EKS und zeigte den Lehrern sehr lebhaft auf, wie schwierige Schüler "drauf" sind und wie man mit seinem eigenen Verhalten Änderungen herbeiführen kann.
Ist ADHS eine Modediagnose, psychische Störung, das Resultat von Erziehungsunfähigkeit oder ist es eine Krankheit?
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom) ist das in den westlichen Ländern seit einigen Jahren am häufigsten diagnostizierte kinder- und jugendpsychiatrische Krankheitsbild.
Für die Lehrer war es wichtig zu erfahren, wie man auf Kinder mit ADHS zugeht, um zu einem störungsärmeren Unterricht zu gelangen. ADHS ist eine Anpassungsstörung. ADHS-Kinder müssen auf allen unterrichtlichen Ebenen (kognitiv, didaktisch-methodisch, emotional und sozial) angesprochen werden. ADHS führt zu Selbstbild- und Selbstwirksamkeitsstörungen. Betroffene Kinder benötigen selbstbild- und selbstwirksamkeitsförderndunterrichtliche Rahmenbedingungen. Im Laufe des Tages wurden konkrete Hilfestellungen für den Unterricht vorgestellt, die besonders gut einzusetzen sind.
Nach der Veranstaltung waren sich alle Kollegen einig, dass dies eine Fortbildung war, die für die Unterrichtspraxis gewinnbringend eingesetzt werden kann.
Das Resümee des Fortbildungstages lautete am Ende: Nicht das ADHS ist das Problem, sondern wie damit umgegangen wird.

Die HEBO-Schule in Bonn wurde im Jahr 2012 mit dem ADHS-Förderpreis ausgezeichnet. Die Jury zeichnet mit diesem Preis Projekte und Institutionen aus, die sich mit nachweislich großem Erfolg um Maßnahmen der Förderung ADHS-Betroffener verdient gemacht haben.

Kevin....Vorname oder Diagnose???

Die große Resonanz unserer Lehrerfortbildung durch Herrn Prof. Dr. Biegert (HEBO-Schule Bonn) ermutigte uns zu der Elternfortbildung am 27. April 2015:

Unser Elternseminar mit Prof. Dr. Biegert zum Thema „Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern“ traf wohl genau dort, wo vielfach der Schuh drückt. Unsere Aula war proppenvoll und ganz besonders freute uns, dass nicht nur „unsere“ Eltern anwesend waren, sondern ganz viel Gasthörer gekommen waren. Dass Eltern von Schülern anderer Schulen und auch Erzieherinnen und Sozialpädagoginnen unser Angebot wahrgenommen haben, zeigt uns, dass das Thema hochaktuell ist.

In seinem sehr kurzweiligen Vortrag machte Herr Prof. Dr. Biegert deutlich, dass nicht das auffällige Kind (ob mit oder ohne ADHS) das Problem ist, sondern der nicht adäquate Umgang mit diesen Kindern. Gerade Kinder mit ADHS benötigen aufgrund ihrer fehlenden Fähigkeit, sich selbst zu organisieren, einen strukturieren Ablauf des Tages bzw. Unterrichtstages. Konsequenz (nicht im Sinne von sanktionsorientierter Erziehung) und Aufmerksamkeit sind wichtig, um dem Kind die notwendige Hilfestellung zu geben.
Interessant war auch die Erläuterung, welche Auswirkung Schubladendenken bei Lehrern und Erziehern hat. Auch Lehrer sind nicht immer vor „selbsterfüllender Prophezeiung“ gefeit.

Das Ende dieser Fortbildung war für 21.30 Uhr festgesetzt….es spricht für sich, dass wir erst weit nach 22.00 Uhr den Abend beendeten. Mit unendlicher Geduld und Kompetenz beantwortet Herr Prof. Dr. Biegert die Fragen der Eltern und wir sind sicher, dass nach diesem Abend der Blickwinkel und auch der Umgang mit ADHS-Kindern verändert ist.