Hände der Schöpfung — Jeder Abdruck ein Wunder
Ein mitreißendes Gemeinschaftsprojekt verbindet Schule, Kirche und lokale Wirtschaft
Die Regenwolken standen über dem Schulhof der Erich Kästner Realschule Plus, aber die Kinder waren voller Vorfreude und Motivation: denn ein silbernes Auto, das bald mit unzähligen kleinen Handabdrücken bedeckt sein sollte, wartete an der Kirche. „Hände der Schöpfung — Jeder Abdruck
ein Wunder“ lautete das Motto eines Tages, der mehr wurde als ein Schulprojekt: ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Schule, Kirche und Wirtschaft gemeinsam etwas bewegen können.
Begeisterung von der ersten Minute
Im Religionsunterricht hatten sich die Schülerinnen und Schüler des katholischen Religionskurses intensiv mit dem Thema Schöpfung beschäftigt — darüber, was Hände Gutes tun können, wie Berührung verbindet und wie kleine Taten große Wirkung entfalten. Als der praktische Teil anstand,
war die Aufregung spürbar. Farben wurden gemischt, Hände vorbereitet, Lachen erfüllte die Luft. Kein Kind zögerte; jeder Abdruck auf dem Auto wurde mit Stolz gesetzt — ein eigener, unverwechselbarer Fingerabdruck als kleines Wunder. „Es war toll, ich habe mich gefreut wie noch nie“, sagte eine Schülerin nach dem letzten Abdruck. Ein Junge ergänzte: „Die Farben klebten an den Fingern, aber das Auto sieht jetzt total schön aus —
wie unser Kunstwerk!“ Solche Stimmen fassten die Stimmung treffend zusammen: lebendig, emotional und verbindend.
Eine tatkräftige Kooperation
Was diese Aktion besonders machte, war die Zusammenarbeit verschiedenster Akteure: Der katholische Religionskurs (Klasse 5) der Erich Kästner Realschule Plus hatte die Idee und die inhaltliche Vorbereitung geliefert. Die katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul begleitete
das Projekt geistlich — Diakon Markus Seibel und Pfarrer Xavier Manichathan feierten mit den Kindern einen Wortgottesdienst, in dem nicht nur Worte, sondern auch Gesten zählten: Sie segneten das Auto und die Schülerinnen und Schüler, gaben dem Ereignis eine feierliche, hoffungsvolle
Dimension.
Die Bücherkiste, ein lokaler Buchladen, übernahm die soziale Brücke zur Gemeinde und unterstützte das Projekt mit einer besonderen Idee: Für jeden Handabdruck floss eine Spende in die Schulbibliothek. So wurde aus einer künstlerischen Aktion zugleich ein Beitrag für bessere
Lernbedingungen — ein Gewinn für Kultur und Bildung vor Ort. Und das Engagement reichte bis in die örtliche Wirtschaft: Herr Beckerat (Bücherkiste) stellte freundlicherweise sein Auto zur Verfügung — ein sichtbar mutiges Zeichen des Vertrauens, das die Kinder sichtlich ernst nahmen. Herr Thier, der Bäcker des Ortes, sorgte für das leibliche Wohl und stiftete für jedes Kind ein Schokobrötchen. Solche Gesten machten den Tag nicht nur symbolisch, sondern fühlbar und genussvoll.
Ritual, Segnung und Gemeinschaft
Der Wortgottesdienst war ein zentraler Moment. Diakon Seibel erklärte in einfachen Worten, was Segnen bedeute: Dank sagen, etwas Gutes wünschen und die Verbundenheit der Gemeinschaft ausdrücken. Pfarrer Manichathan sprach von Händen als Werkzeugen der Schöpfung: „Jede Hand,
die hilft, ist ein Abdruck Gottes in unserer Welt.“ Dann erhielten Auto und Kinder den Segen — eine Geste, die vielen Tränen der Rührung entlockte und die Stimmung des Tages auf eine tiefere Ebene hob.
Nachhaltiger Nutzen: Eine Bibliothek, die wächst
Die Idee mit der Spende pro Handabdruck erwies sich als voller Erfolg. Dank der Bücherkiste fließt nun zusätzliches Geld in die Schulbibliothek — ein konkreter, langfristiger Nutzen der Aktion. Die Kinder hatten nicht nur Spaß beim gemeinsamen Werkeln: Sie lernten, wie soziales Engagement,
Kunst und Bildung Hand in Hand gehen können. Die Schulbibliothek profitiert nachhaltig, und zukünftige Jahrgänge werden die Früchte dieses Tages sehen und nutzen.
Ein Zeichen für die Zukunft
„Hände der Schöpfung — Jeder Abdruck ein Wunder“ bleibt kein einmaliges Ereignis, sondern setzt ein Zeichen: Wenn Schulen, Kirchen und lokale Unternehmen ihre Kräfte bündeln, entstehen Projekte, die Kinder nachhaltig prägen und der Gemeinschaft spürbaren Nutzen bringen. Das Auto mit seinen bunten Handabdrücken rollt vielleicht irgendwann wieder auf die Straße — aber die Abdruck-Geschichten der Kinder werden bleiben: Erinnerungen an einen Tag, an dem die Welt ein kleines Stück besser und bunter wirkte.
Am Ende des Tages standen die Kinder um ihr buntes Kunstwerk, die Hände noch ein wenig bunt, die Gesichter voller Stolz und Schokolade. Die Melodie der Zusammenarbeit hallte nach — ein Beweis dafür, dass kreative Bildungsarbeit und gelebte Gemeinschaft das größte Wunder sind: dass
viele Hände gemeinsam mehr schaffen, als jede einzelne für sich. Jeder Abdruck zählte — und jedes Lächeln zeigte: Es war eine gelungene Aktion.



















