Erich Kästner Realschule plus – eine Schule der Zukunft

Unser Ziel: Lernen neu denken. Selbstständigkeit stärken. Kinder gut begleiten.

Schule muss junge Menschen auf eine Welt vorbereiten, die sich verändert. Deshalb entwickeln auch wir unsere Erich Kästner Realschule plus weiter.

Als „Schule der Zukunft“ des Landes Rheinland-Pfalz arbeiten wir daran, Lernen stärker an den Bedürfnissen unserer Schülerinnen und Schüler auszurichten. Dabei geht es uns nicht darum, Bewährtes einfach abzuschaffen. Wir möchten das Gute erhalten und dort neue Wege gehen, wo sie unseren Kindern helfen, selbstständiger, verantwortlicher und erfolgreicher zu lernen.

Seit dem Schuljahr 2026/27 setzen wir zentrale Elemente unseres neuen Lernkonzeptes zunächst in der Klassenstufe 5 um. Gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften sammeln wir Erfahrungen, überprüfen unsere Arbeit und entwickeln das Konzept kontinuierlich weiter.

Warum verändern wir Schule?

Kinder wachsen heute in einer Welt auf, in der Wissen jederzeit verfügbar ist. Umso wichtiger wird die Fähigkeit, Informationen einzuordnen, Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen, mit anderen zusammenzuarbeiten, Probleme zu lösen und den eigenen Lernprozess zu organisieren.

Genau hier möchten wir ansetzen.

Unsere Schülerinnen und Schüler sollen weiterhin fundiertes Fachwissen erwerben. Gleichzeitig möchten wir ihnen Schritt für Schritt zeigen, wie Lernen funktioniert.

Sie sollen lernen, selbstständig Entscheidungen zu treffen, ihre Arbeit zu planen, passende Unterstützung einzufordern, ihren Lernfortschritt einzuschätzen und Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen.

Dabei gilt für uns:

Selbstständiges Lernen bedeutet nicht, Kinder allein lernen zu lassen.

Unser neues Lernen – in aller Kürze
Unser Konzept verbindet bewährten Fachunterricht mit Phasen des selbstorganisierten Lernens.

  • Selbstorganisiertes Lernen
    Die Schülerinnen und Schüler übernehmen zunehmend Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess. Sie lernen, Aufgaben zu planen, Entscheidungen zu treffen und ihre Arbeit zu reflektieren.
  • Lernpfade
    Lernpfade geben Orientierung. Sie zeigen, was gelernt werden soll, welche Aufgaben zu bearbeiten sind, wo Hilfen zu finden sind und wie das eigene Können überprüft werden kann.
  • Lernbegleitung
    Unsere Lehrkräfte vermitteln nicht nur Fachinhalte. Sie begleiten Lernprozesse, beraten, geben Rückmeldung, unterstützen bei Schwierigkeiten und helfen den Kindern dabei, zunehmend selbstständig zu werden.
  • Tutoren
    Persönliche Gespräche helfen den Schülerinnen und Schülern dabei, ihren Lernweg zu reflektieren, Ziele zu setzen und ihre Entwicklung im Blick zu behalten.
  • Könnensbeweise
    Nicht das bloße Abarbeiten von Aufgaben steht im Mittelpunkt, sondern die Frage:
  • Was kann ich wirklich?
    Könnensbeweise geben unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu zeigen, welche Kompetenzen sie erworben haben.
  • Unterschiedliche Lernorte
    Nicht jedes Kind arbeitet jederzeit unter denselben Bedingungen am besten. Deshalb lernen unsere Schülerinnen und Schüler schrittweise, den für ihre Aufgabe passenden Lernort und geeignete Arbeitsformen auszuwählen.

So beginnt der Tag an der EKS

Ein guter Schultag beginnt für uns nicht mit der ersten Aufgabe, sondern mit einem gemeinsamen Ankommen.

Deshalb startet der Morgen in unseren fünften Klassen mit der LKS. Sie schafft die Voraussetzungen für einen strukturierten und erfolgreichen Lerntag: Die Schülerinnen und Schüler kommen in Ruhe an, orientieren sich, bereiten sich auf den Tag vor und nehmen sich bewusst Zeit für ihren eigenen Lernprozess.

Ein wichtiger Bestandteil dabei ist das Logbuch. Gemeinsam schauen die Kinder darauf, was an diesem Tag ansteht, und formulieren persönliche Ziele für ihre Arbeit:

Was möchte ich heute schaffen? Woran möchte ich weiterarbeiten? Was brauche ich dafür?

So lernen die Schülerinnen und Schüler Schritt für Schritt, ihren eigenen Lernprozess zu planen und Verantwortung für ihre Arbeit zu übernehmen.

Gleichzeitig bleibt die LKS eine gemeinsame Zeit der Klasse. Organisatorische Fragen können geklärt, wichtige Informationen besprochen und Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass alle gut in den Schultag starten können.

Damit beginnt jeder Morgen mit drei wichtigen Schritten:

ankommen – orientieren – Ziele setzen.

Von dort aus starten die Schülerinnen und Schüler vorbereitet in die weiteren Lernphasen des Tages.

Selbstständig lernen – aber nicht allein
Dieser Punkt ist uns besonders wichtig.

Von einem Kind, das aus der Grundschule zu uns kommt, erwarten wir nicht, dass es vom ersten Tag an sein Lernen vollständig selbst organisieren kann. Selbstständigkeit muss gelernt werden. Deshalb führen wir unsere Fünftklässlerinnen und Fünftklässler schrittweise an die neuen Arbeitsformen heran. Zu Beginn gibt es klare Strukturen, feste Abläufe und viel Unterstützung. Mit zunehmender Erfahrung erhalten die Kinder mehr Verantwortung und größere Freiräume. Unsere Lehrkräfte beobachten die Lernprozesse, führen Gespräche, erklären Inhalte erneut, geben Hilfestellungen und unterstützen bei der Planung.

So viel Selbstständigkeit wie möglich – so viel Unterstützung wie nötig.

Lernpfade – der Weg durch ein Thema

Lernpfade bilden einen wichtigen Bestandteil unseres selbstorganisierten Lernens. Sie machen für die Schülerinnen und Schüler sichtbar,

  • was sie lernen sollen,
  • welche Schritte auf dem Weg zum Ziel notwendig sind,
  • welche Aufgaben verpflichtend sind,
  • wo sie zusätzliche Übungen oder Herausforderungen finden,
  • wo sie Unterstützung bekommen und
  • wie sie überprüfen können, ob sie das Lernziel erreicht haben.

Dadurch wird Lernen transparenter. Ein Kind muss nicht mehr nur fragen: „Welche Aufgabe muss ich machen?“, sondern lernt zunehmend die viel wichtigere Frage zu beantworten: „Was muss ich noch lernen, damit ich mein Ziel erreiche?“

Könnensbeweise – zeigen, was man kann

Lernen soll nicht beim Bearbeiten eines Arbeitsblattes enden.

Deshalb spielen Könnensbeweise in unserem Konzept eine wichtige Rolle.

Sie geben unseren Schülerinnen und Schülern Rückmeldung darüber, ob sie die vereinbarten Kompetenzen eines Lernbereiches tatsächlich beherrschen.

Dabei steht weniger die Frage im Mittelpunkt, wie viele Aufgaben erledigt wurden, sondern vielmehr:

Was habe ich verstanden? Was kann ich bereits? Und woran muss ich noch arbeiten?

Auch in unserem neuen Konzept bleiben verbindliche Unterrichtsinhalte, Leistungsanforderungen und Notenerhalten.

Wir verändern also nicht die Frage, ob Leistung wichtig ist.

Wir entwickeln weiter, wie Lernen, Rückmeldung und Leistung miteinander verbunden werden können.

Unser Basecamp

Das Basecamp ist Ausgangspunkt und Orientierungspunkt des selbstorganisierten Lernens.

Hier planen Schülerinnen und Schüler ihre Arbeit, bearbeiten Aufgaben und erhalten Unterstützung durch ihre Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter.

Mit zunehmender Selbstständigkeit können weitere Lernorte hinzukommen.

Dabei erhalten die Kinder Freiräume nicht einfach automatisch. Sie lernen zunächst, mit diesen Freiheiten verantwortungsvoll umzugehen.

Verlässlichkeit, Arbeitsverhalten und die Fähigkeit zur Selbstorganisation entscheiden darüber, wie eigenständig gearbeitet werden kann.

Freiheit und Verantwortung gehören für uns zusammen.

Was bleibt?

Bei allen Veränderungen gibt es Dinge, die für uns unverzichtbar bleiben:

  • Unsere Schülerinnen und Schüler erwerben weiterhin die verbindlichen fachlichen Kompetenzen und Unterrichtsinhalte.
  • Leistungen werden weiterhin bewertet und es gibt weiterhin Noten.
  • Unsere Lehrkräfte bleiben verantwortlich für guten Unterricht und erfolgreiche Lernprozesse.
  • Kinder erhalten klare Strukturen und verbindliche Regeln.

Und vor allem:

  • Unser familiäres Miteinander bleibt das Fundament unserer Schule.

Neue Lernformen sollen Nähe und Beziehung nicht ersetzen. Sie sollen unseren Lehrkräften vielmehr ermöglichen, Kinder noch gezielter beim Lernen zu begleiten.