Theater, das nachwirkt: “Ein Bild von mir” zu Gast in der Klasse 6c
Wie schnell kann aus einem zunächst harmlosen Kontakt im Internet eine Situation entstehen, in der ein Kind unter Druck gesetzt und manipuliert wird? Mit dieser schwierigen, aber wichtigen Frage beschäftigte sich unsere Klasse 6c bei einem besonderen Theaterprojekt zum Thema Cybergrooming.
Das interaktive Klassenzimmerstück „Ein Bild von mir“ machte das Thema dort erlebbar, wo die Schülerinnen und Schüler einen großen Teil ihres Alltags verbringen: mitten im Klassenraum. Im Mittelpunkt steht die 13-jährige Fritzi, deren Geschichte von der Schauspielerin Celia Wolf eindrucksvoll dargestellt wurde. Die Schülerinnen und Schüler waren dabei nicht einfach nur Zuschauer. Immer wieder wurden sie in das Geschehen einbezogen, konnten reagieren, mitdenken und erleben, wie sich eine zunächst scheinbar harmlose Situation zunehmend verändert.
Das Stück thematisiert Cybergrooming und die gezielte Manipulation von Kindern im Internet. Dabei wurde für die Klasse nachvollziehbar, mit welchen Strategien Täter Vertrauen aufbauen, Grenzen immer weiter verschieben und schließlich Druck ausüben können. Gerade weil soziale Medien und digitale Kommunikation zum Alltag vieler Kinder gehören, knüpfte das Theaterstück unmittelbar an ihre Lebenswelt an.
Nach der Aufführung war das Erlebte jedoch nicht einfach beendet. Gemeinsam mit Theaterpädagoge Peter Ruffer, der das Stück für Rheinland-Pfalz inszeniert hat, setzte sich die 6c intensiv mit der Geschichte auseinander. Die Schülerinnen und Schüler sprachen darüber, woran problematische Situationen erkannt werden können, welche Möglichkeiten sie haben, Grenzen zu setzen, und vor allem darüber, wie wichtig es ist, sich Unterstützung zu holen.
Eine zentrale Botschaft stand dabei besonders im Mittelpunkt: Kinder tragen niemals die Schuld, wenn Erwachsene ihr Vertrauen ausnutzen oder sie manipulieren. Sie dürfen und sollen sich an Menschen wenden, denen sie vertrauen – auch dann, wenn ihnen eine Situation unangenehm ist oder sie Angst haben. Zum Abschluss wurde dieses Versprechen mit einem gemeinsamen „Deal“ zwischen den Kindern und den Erwachsenen besiegelt: Hilfe holen, darüber sprechen und nicht mit einer solchen Situation allein bleiben.
Getragen wird das Präventionsprojekt vom Kinderschutzbund Rheinland-Pfalz und begleitet von Joachim Türk. Auch die Rhein-Zeitung war an diesem Vormittag in unserer Schule zu Gast und berichtete über die Aufführung und die Arbeit mit der Klasse.
Besonders beeindruckend war für uns, wie offen und ernsthaft sich unsere Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c auf das Stück eingelassen haben. Sie beteiligten sich engagiert, stellten Fragen und waren bereit, sich auch mit den schwierigen und emotionalen Seiten des Themas auseinanderzusetzen.
So wurde aus einer Theateraufführung weit mehr als eine besondere Unterrichtsstunde. Als Schule, die großen Wert auf digitales Arbeiten legt, gehört für uns auch dazu, unsere Schülerinnen und Schüler für die damit verbundenen Gefahren zu sensibilisieren. Sie sollen lernen, sich sicher und verantwortungsvoll in der digitalen Welt zu bewegen, Risiken zu erkennen und zu wissen, wo sie Unterstützung finden.
Der Vormittag hat gezeigt, wie wichtig es ist, jungen Menschen einen geschützten Raum zu geben, in dem sie über die Chancen, aber auch über die Gefahren ihrer digitalen Lebenswelt sprechen können.
Ein Schultag, der sicherlich noch lange nachwirken wird.









