Zeitzeugin Elke Schlegel berichtet an der EKS über DDR, Stasi und Freiheit

“Auf Holzstühle setze ich mich nicht mehr” – so sah die Begrüßung mit der Zeitzeugin Elke Schlegel aus, nachdem sie die typischen Holzstühle in der Aula der Erich Kästner Realschule plus Ransbach-Baumbach sah.

Elke Schlegel, Jahrgang 1958, wuchs in Jena auf. Ihr Traum war es zu reisen und die Welt kennenzulernen, doch schon bald wurde ihr klar, dass das in der DDR unmöglich war. 1983 stellte sie mit ihrem späteren Ehemann mehrere Ausreiseanträge, die jedoch zunächst abgewiesen wurden. Um die Bewilligung dennoch zu bekommen, demonstrierte sie zusammen mit der Organisation “Weißer Ring”. Im März 1983 wurde sie verhaftet, obwohl ihr zuvor mitgeteilt wurde, die Genehmigung der Ausreise stehe unmittelbar bevor. Nach der Festnahme konnte ihr damaliger zweijähriger Sohn bei der Mutter untergebracht werden. Emotional berichtet Frau Schlegel von den Schikanen und Erniedrigungen der Stasi. 1984 kaufte die Bundesrepublik Deutschland Frau Schlegel frei, nachdem sie wegen Unterernährung für haftunfähig erklärt wurde. Ein Jahr später durfte ihr Sohn nachkommen. Heute lebt Frau Schlegel in Koblenz und erzählt dankenswerterweise ihre Erlebnisse Schülerinnen und Schülern, verbunden mit dem eindringlich Appell, dass so etwas nie wieder in Deutschland geschehen darf.

Wir danken Frau Schlegel für Ihre eindrucksvollen Ausführungen und dem Zeitzeugenbüro, dass dieses Gespräch vermittelte.